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Carridwen
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Farid Mirzaiee, 23 Jahre, Kabul, Afghanistan

Nach dem Abitur arbeitete ich als Gelegenheitskraftfahrer. Ich wartete auf einen Studienplatz, um Pilot zu werden. Der Wunsch entstand, weil mein Vater auf dem Flugplatz Bagram, etwas außerhalb von Kabul, beschäftigt war.
Doch nun ist das ein amerikanischer Stützpunkt. Durch den Krieg mußte ich fliehen und bin nach Deutschland gekommen. Seit 29 Monaten warte ich auf ein Asylverfahren.
Es ist ein sauberes Heim, wo ich untergebracht bin. Wir bekommen Taschengeld und zu essen.
5-6 Männer bewohnen ein Zimmer. Doch das Warten vergiftet die Seele. Ich bin nicht der einzige, der schon oft an Selbstmord gedacht hat.
Der kleine Ort Aub liegt 35 Kilometer von Würzburg entfernt. Die Busverbindung ist sehr schlecht, früh einmal hin und mittags zurück, anders kommt man vor der Nacht nicht zurück ins Heim. Der Hausmeister sagt “Kein Pass, kein Deutschkurs!“
Jeden Tag rannte ich zur Poststelle, ob sich die Behörde meldet, - seit 2 ½ Jahren nichts. Zweimal in der Woche gibt es ein Essenspaket. Entweder die Lebensmittel haben keinen Aufdruck der Haltbarkeit oder sie reicht nur noch 2 Tage.
Mit anderen hab ich mich von Würzburg aus auf den Protestmarsch nach Berlin begeben, weil die Bedingungen im Heim, das unerträgliche Warten ohne Aussicht auf ein Ende mich dazu zwangen.
Zehn von uns in Aub haben sich auf den Weg gemacht. Drei sind hier am Brandenburger Tor. Doch auch die im Heim protestieren mit uns. Sie verweigern die Annahme der Esspakete.
Die Alternative zu Selbstmord war für mich unser gemeinsames Handeln. Wir wurden während des Hungerns und der Kälte jede Nacht von der Polizei schikaniert. Doch wir geben nicht auf.
Tags: rfcamp
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